Grashupfer und Heimchen

Von Heck zu Hecke rennt die Melodie

Grashupfer und Heimchen

Niemals ist tot der Erde Poesie:
Wenn Vögel müde sind von heißen Sonnen,
Dann nimmt die Führung in den Sommerwonnen
Grashüpfers Stimme, und sie rastet nie.

Von Heck zu Hecke rennt die Melodie
Und hält die frischgemähte Trift umsponnen;
Macht Lust ihn matt, so ruht er süß versonnen
Bei grünstem Halme, der für ihn gedieh.

Nie endet sie, die Poesie der Erde.
Am stillen Winterabend, wenn der grimme
Nachtfrost ein Schweigen breitet, schrillt vom Herde

Des Heimchens Sang dem Träumer in die Ohren,
Als habe sich Grashüpfers Sommerstimme
Aus grüner Trift in seinen Traum verloren.

John Keats

John Keats (1795 – 1821), britischer Dichter

Glück

Wandelnd hin durch Frühlingswiesen

Auf der Sommerreise mit Tante M. und W. D. durch die Schweiz

Bin ich nicht ein Mägdelein
Wandelnd hin durch Frühlingswiesen
Bin ich nicht ein Mägdelein
Die das Glück hat auskiesen?
Freu mich daß die Blumen blühn
Daß die weißen Wolken ziehn
Bin so durch und durch zufrieden
Weiß ich, komm ich um die Ecke
Liegt das Glück mir in der Hecke.

Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker (1846 -1907), deutsche Malerin, Künstlerin