Der Rabe Ralf

dem niemand half

Der Rabe Ralf

Der Rabe Ralf
will will hu hu
dem niemand half
still still du du
half sich allein
am Rabenstein
will will still still
hu hu

Die Nebelfrau
will will hu hu
nimmt's nicht genau
still still du du
sie sagt nimm nimm
's ist nicht so schlimm
will will still still
hu hu

Doch als ein Jahr
will will hu hu
vergangen war
still still du du
da lag im Rot
der Rabe tot ,
will will still still
du du


Christian Morgenstern

Christian Morgenstern (1871 – 1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Grausige Geschichte

Zu Naumburg lebt und that viel Gut's

Zu Naumburg lebt und tat viel Gut’s
Der Pfarrherr Franz Pistorius
Er war ein Mann voll Biederkeit
Mußt doch erfahren manches Leid

Es wohnt daselbst ein Mägdelein
Das wollte diesen Pfarrer frei’n
Verführt‘ ihn eines Abends spat
Ein Knäblein war das Resultat

Doch das geziemt dem Pfarrer nicht
Darum mit einem Kirchenlicht
Hat er in einer düstern Nacht
Das arme Knäblein umgebracht

Die Mutter sieht’s und eilt ihm nach
Er tötet sie mit einem Schlag
Dort schlummern sie nun alle Beid
Den Schlaf der ewgen Seligkeit

Die Polizei tät Verdacht schöpfen
Und wollte diesen Pfarrer köpfen
Hört! einen von der Geistlichkeit
Ist wahrlich keine Kleinigkeit

Sie tät‘ in’s Haus sich sachte schleichen
Dort fund sie die zwei Leichen
Doch den Pastoren fand sie nicht,
Drob schnitt sie ein gar grimm´ Gesicht.

Den Tod am Rad entging Pistor
Er schifft‘ sich ein nach Baltimor
Und büßet dort im fernen Land
Die Schuld als Tabaksfabrikant.

Text: Unbekannt
Melodie: Unbekannt

In diesem Lied wird der Pastor als bieder dargestellt. Er schwängert ein ‚Mägdelein‘. Und tötet später dann das Kind und die Mutter.

Zu Freiburg lebt und tat viel Buß

Daselbst wohnt auch ein Mägdelein

Zu Freiburg lebt und tat viel Buß,


Zu Freiburg lebt und tat viel Buß,
der Pfarrer Carl Pistorius
Er, der zu Freiburg Pfarrer war
das gute wollt´ er immerdar

Daselbst wohnt auch ein Mägdelein
die wollt´ so gern Frau Pfarrer sein
Verführt ihn eines Abends spat
ein Knäblein war das Resultat

Die Schand´ ertrug der Pastor nicht
er bracht mit einem Kirchenlicht
das wohlgebor´ne Knäblein um
Entsetz dich laut, oh Publikum

Die arme Mutter starb vor Gram
noch eh sie aus den Wochen kam
Und Kind und Mutter schliefen beid´
Den Schlaf der ew’gen Seligkeit

Dem Tod durchs Rad entging Pistor
und schifft sich ein nach Baltimore
verbüßt die Schuld im fremden Land
als Saurer-Essig-Fabrikant

Und die Moral von der Geschicht
Verführe keinen Pastor nicht.
Denn einer von der Geistlichkeit
ist wahrlich keine Kleinigkeit.

Text: Unbkannt
Melodie: Unbekannt

In diesem Lied widerrum soll das Mägdelein den Pfarrer verführt haben. Das Kind wurde geboren, der Pfarrer tötete Kind und Mutter und floh dann nach Baltimore.