Eifersucht

Eifersucht, die Begleiterin der Liebe

Eifersucht, die Begleiterin der Liebe, hat dagegen brennende Eile, alles zu glauben was nicht erfreut. Nicht durch Tatsachen allein, schon durch Schatten und Träume lässt sie sich schrecken.

Francesco Petrarca

Francesco Petrarca (1304 – 1374), italienischer Dichter, Geschichtsschreiber

der Liebe Stern

Schon flammt der Liebe Stern in süßer Nacht

Schon flammt der Liebe Stern in süßer Nacht
Im Ost, und jener, der dem Nord gebührt,
Um den einst Juno Eifersucht gespürt,
Rollt seine Strahlen dort in heller Pracht.

Francesco Petrarca 

Francesco Petrarca (1304 – 1374), italienischer Dichter, Geschichtsschreiber

Gedanken der Eifersucht

Was wollt‘ ihr, Gedanken, die in furchtbarer Gebehrdung

Gedanken der Eifersucht.

Was wollt’ ihr, Gedanken, die in furchtbarer Gebehrdung
Mein verwirrtes Gemüth regen und schwellen empor?
Seyd ihr Argwohn? Schleichet in mir vom Haar der Alecto
Eine Schlange, die sich Furie-Eifersucht nennt?

Ach, ich fühle den Frost der Hölle mir nahe dem Herzen;
Mir entweicht der Vernunft ruhiger goldener Stral.

Sage, was that ich dir, o Liebe, daß du mich also
Quälest? Oder war ich deiner Geschenke nicht werth?
Fandest du treulos mich, mich, deine Getreueste? – Göttinn,
Nimm die Quaalen von mir, sende der Schuldigen sie. 

Johann Gottfried Herder

Johann Gottfried Herder (1744 – 1803), deutscher Übersetzer, Dichter, Schriftsteller, Theologe, Philosoph, Denker

Geistesfreiheit

Denn wenn das wahre Gut in den Dingen besteht

Geistesfreiheit

XIX, 2. Wenn du einen hochgeehrten, oder vielvermögenden, oder sonst angesehenen Mann siehst, so hüte dich, dass du nicht, von der Vorstellung hingerissen, ihn glücklich preisest. Denn wenn das wahre Gut in den Dingen besteht, welche in unsrer Gewalt sind, so findet weder Neid noch Eifersucht Raum; und du selbst wirst nicht Heerführer, oder Ratsherr, oder Konsul sein wollen, sondern frei. Dazu führt nur ein Weg: – Verachtung der Dinge, die nicht in unsrer Gewalt sind.

Epiktet

Epiktet (um 50 – 138 n. Chr.) griechischer Stoiker und Philosoph. Gründer einer Philosophenschule der Stoa

Saphire

Saphire

Saphire sind die Augen dein,
Die lieblichen, die süßen.
Oh, dreimal glücklich ist der Mann,
Den sie mit Liebe grüßen.

Dein Herz, es ist ein Diamant,
Der edle Lichter sprühet.
Oh, dreimal glücklich ist der Mann,
Für den es liebend glühet.

Rubinen sind die Lippen dein,
Man kann nicht schönre sehen.
Oh, dreimal glücklich ist der Mann,
Dem sie die Liebe gestehen.

Oh, kennt ich nur den glücklichen Mann,
Oh, daß ich ihn nur fände,
So recht allein im grünen Wald,
Sein Glück hätt bald ein Ende.

Heinrich Heine

Christian Johann Heinrich Heine (Harry Heine), (1797 – 1856), deutscher Dichter und Romancier, ein Hauptvertreter des Jungen Deutschland, Begründer des modernen Feuilletons

Eifersucht

Viele Sonnenstäubchen fliegen

Alle Steine möcht' ich fragen, ob du hier vorbeigegangen, all die hundert Fensteraugen, ob sie nicht an dir gehangen?

Viele Sonnenstäubchen fliegen, deinen Locken wohl entfallen, deiner lieben Stimme denkend wähn` ich ferne Glocken hallen.

Bei den Birken auf der Höhe, an der schlanksten will ich lehnen, eine täuschende Sekunde mich an deinem Herzen wähnen.

Als ein Waldbach wollt ich eilen, daß du oft an mir dich labest- und ich all die Küsse zählte, die du einer andern gabest"

Risse dich in wildem Zürnen aus den ungetreuen Träumen, um vereint mit dir im Sturze zu zerschellen, zu zerschäumern.

Luise Deusch

Klara Luise Wilhelmine Deusch (1871 – 1925) deutsche Schriftstellerin und Dichterin