Was mein Leben an Qualen hervorbringt

Was mein Leben an Qualen hervorbringt

Zu welchen Qualen mein Leben führt 

Die Liebe, die die klare Sonne verdunkelt, macht mich, 
Und in meiner Brust bei ihrem Erscheinen entzündet 
Größeres Verlangen nach meinem vagen Licht  
All die Schönheit, die uns die Natur schenkt, 
Die dem so gefällt, der am wenigsten sieht und versteht, 
Nimmt mir mehr von dem Frieden, und kränkt mich so 
Dass es mich zu wärmeren Seufzern zurückführt. 
Wenn grüne Wiese, und wenn mancherlei Blumen ich erblicke 
Beraubt von aller Hoffnung zittert die Seele: 
Denn sie erweckt den Gedanken an ihre schöne Frucht 
Die der Tod enthüllte. Ihm der Leichnam 
Ihm nahm einen süßen und kurzen Seufzer weg, 
Und mir hinterließ er die bittere ewige Trauer.

Vittoria Colonna

Vittoria Colonna (1492 – 1547), italienische Dichterin

das Unvermeidliche vorurteilslos

wird das Herz sich leicht seinen Frieden bewahren

Wenn wir nur das Unvermeidliche vorurteilslos gegen jedermann verteidigen, wird das Herz sich leicht seinen Frieden bewahren oder ihn wiederfinden, wenn es ihn verloren hat.

Georges Bernanos

Georges Bernanos (1880 – 1948), französischer Schriftsteller

Wolken

Wolken, ihr himmlischen

Wolken

Wolken, ihr himmlischen!
Laßt euch begrüßen,
Luftige Pilger! Ich sink' euch zu Füßen.
Wolklen, die ihr meine Kindheit umschwebtet,
Wonnige, schimmernde Träume belebtet,
Träume von goldenen, zaub'rischen Schlosse,
Und vom ätherisch geflügelten Rosse,
Träume von Seligkeit, Träume von Frieden,
Träume von Herrlichkeit, mir nicht beschieden.

Wolken, die einst mir im farbigen Bogen
Liebend die Brücke zum Himmel gezogen,
Seid ihr dieselben? - Ihr leuchtet noch immer
Herrlich und strahlend im purpurnen Schimmer.
Himmlische Brücke! Noch hast du den Bogen,
Wie vor Jahrtausenden, prächtig gezogen,
Aber dich durfte das Kind nur betreten -
Wolken! Ach laßt mich still weinen und beten.

Louise von Ploennies

Louise von Ploennies, geborene Leisler (1803-1872), deutsche Schriftstellerin, Dichterin

Du meine Seele, du mein Herz

Du meine Wonn, O du mein Schmerz

Du meine Seele, du mein Herz

Du meine Seele, du mein Herz,
Du meine Wonn', O du mein Schmerz,
Du meine Welt, in der ich lebe,
Mein Himmel du, darein ich schwebe,
O du mein Grab, in das hinab
Ich ewig meinen Kummer gab!
Du bist die Ruh', du bist der Frieden,
Du bist der Himmel mir beschieden.
Daß du mich liebst, macht mich mir wert,
Dein Blick hat mich vor mir verklärt,
Du hebst mich liebend über mich,
Mein guter Geist, mein bess'res Ich!

Friedrich Rückert

Freimund Raimar (1788 – 1866),, deutscher Dichter, Lyriker und Übersetzer arabischer, hebräischer, indischer, persischer und chinesischer Dichtung

Freude

Kein Mensch auf Erden hat mir soviel Freude gemacht

Kein Mensch auf Erden hat mir soviel Freude gemacht als die Natur mit ihren Farben, Klängen, Düften, mit ihrem Frieden und ihren Stimmungen.

Peter Rosegger

Peter Rosegger (1843 – 1918), österreichischer Volkschriftsteller, Dichter. Pseudonym: P. K. Petri Kettenfeier

Fünf große Feinde des Friedens

würden wir zweifellos ewigen Frieden haben

Fünf große Feinde des Friedens wohnen in uns: nämlich Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz. Wenn diese Feinde vertrieben werden könnten, würden wir zweifellos ewigen Frieden genießen.

Francesco Petrarca

Francesco Petrarca (1304 – 1374), italienischer Dichter, Geschichtsschreiber

The sea child

Peace, go back to the world

Into the world you sent her, mother,
Fashioned her body of coral and foam,
Combed a wave in her hair's warm smother,
And drove her away from home

In the dark of the night she crept to the town
And under a doorway she laid her down,
The little blue child in the foam-fringed gown.

And never a sister and never a brother
To hear her call, to answer her cry.
Her face shone out from her hair's warm smother
Like a moonkin up in the sky.

She sold her corals; she sold her foam;
Her rainbow heart like a singing shell
Broke in her body: she crept back home.

Peace, go back to the world, my daughter,
Daughter, go back to the darkling land;
There is nothing here but sad sea water,
And a handful of sifting sand.

Katherine Mansfield

Kathleen Mansfield Beauchamp (1888 – 1923), neuseeländische Schriftstellerin, Kritikerin, Erzählerin, Autorin von Kurzgeschichten

Freund

wem ich vertraue, erreiche ich mein Ziel

Wenn ich fürchte, wem ich vertraue, erreiche ich mein Ziel, aber wenn ich vertraue, ohne Furcht, verliere ich meinen Freund; Viel besser ist der Zweifel, der mir Frieden, als alle Glaubensrichtungen, die im Höllenfeuer enden können.

Abdul al-Maharri

Abdul al-Maharri (Abulola Moarrensis) (973 – 1057), arabischer Philosoph, Dichter